Weihnachten?

Eigentlich ist Weihnachten immer das Fest der Liebe, aber was haben wir Menschen darauf gemacht? Es eingetauscht gegen Kommerz.

Spoiler Warnung: Dieser Text sollte von Kindern nicht gelesen werden, die jedes Jahr vom Christkind oder dem Weihnachtsmann noch besucht werden.

Geschenke zu Weihnachten

Alle Jahre wieder stehen wir am 23. Dezember auf und denken uns … Morgen ist ja schon wieder Weihnachten. Jeder kennt es doch, wenn wir uns ehrlich sind. Am letzten Tag vor Heilig Abend oder sogar am heiligen Abend selbst rennen wir nochmal los und kaufen die letzten Geschenke für unsere Liebsten ein. Wir verfallen in Stress und versuchen alles perfekt wirken zu lassen.

So oder ähnlich sieht man die Menschen, wenn man sich einfach mal ohne Hintergedanken mit viel Zeit in ein Geschäft stellt und nur beobachtet. Geht mal in ein Kaufhaus und stellt euch in “Sicherheit”. Schaut den Menschen zu, wie sie an euch vorbei gehen und seht in ihre Gesichter. Die Meisten sind abgehetzt und sichtlich erleichtert, wenn die drei schönsten Tage im Jahr vorbei gehen.

Weihnachten, das Fest der Liebe und der Familie und Freunde

Dabei soll Weihnachten das Fest der Liebe und der Familie sein. In besinnlicher Runde mit den Liebsten die Tage verbringen, vermutlich viel in sich rein futtern und am Ende kugelrund auf der Couch oder direkt im Bett liegen in Gedanken daran, wie man die ganzen Pfunde wieder runter bekommt. Das wäre auch schon der einzige Grund, wobei ich an Stress denken würde zur Weihnachtszeit.

Aber wie soll man sich da auch entziehen? Bereits im August/September haben die Geschäfte doch nichts besseres zu tun, als die Regel mit Lebkuchen, Plätzchen und Schokonikoläuse zu füllen. Man wird regelrecht genötigt zu genießen, sich in Vorfreude zu wickeln und jeden Tag mitzufiebern, bis es endlich soweit ist und der Braten auf dem Tisch steht. Wir werden aber auch erinnert, dass wir uns langsam Gedanken machen müssen.

Was schenken wir eigentlich? Kinder, Partner, Eltern, Freunde, Nachbarn, Enkel, Tanten und Onkel – da haben manche Leute eine große Liste abzuarbeiten. Es gibt 3 Sorten von Menschen, die ich mir so vorstelle. Die eine Sorte Mensch, welche Geschenke kurz vor Heilig Abend noch besorgen. Ein anderer großer Teil beginnt schon sehr früh damit und hat weniger Stress. Und dann gibt es noch die Menschen, die sich gar keine Gedanken machen.

Das sind die ganz schlauen Leute, denn die haben entweder schon Geschenke über das Jahr gesammelt, verschenken ihre erhaltenen Geschenke einfach weiter oder noch besser, sie schenken gar nichts. Warum müssen wir Geschenke machen? Wer hat damit angefangen und der Wirtschaft damit Milliarden Umsätze Jahr für Jahr beschert? 2020 waren es noch knapp 110 Milliarden Euro Umsatz. 2021 wird ein neuer Rekord vorausgesagt.

Den Sinn aus dem Auge verloren?

Ok, bei Kindern ist das nochmal was Anderes. Da lässt man eine Tradition, ein Traum bis zu Tag X weiterleben. Man nimmt seine Kamera raus und hält den Moment fest, wenn die Kleinen ihre Geschenke aufreißen, die man Tage vorher mühsam verpackt hat, um alles perfekt ausschauen zu lassen. Binnen von Sekunden herrscht das heillose Papierchaos und wir haben strahlende Gesichter.

Dann sind die Kids beschäftigt und der Abend in den meisten Familien ist damit gelaufen. Was danach folgt ist der Abwasch und die Vorbereitungen für den nächsten Tag. Man besucht dann die Eltern, denn da können dann auch die Kids wieder was bekommen von Opa und Oma. Freunde treffen sich auch mal. Im Grunde wiederholt sich das alles in der Regel bis Weihnachten vorbei ist. Essen, Geschenke, Essen, Geschenke, Essen, Geschenke. Ich kann euch 2 Sachen erzählen, wie ich Weihnachten sehe.

Einkaufen vor Weihnachten entpuppt sich in den meisten Fällen doch als Superstress Faktor

Es ist schon ein paar Jahre her, aber diese Erfahrung sitzt immer noch tief in meinem Kopf. Jedes Jahr erzähl ich davon und warum nicht auch an dieser Stelle. Damals war Heilig Abend an einem Sonntag oder Montag. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Jedenfalls war ich im Globus in Saarlouis. Ist ein größeres Kaufhaus für so ziemlich alles, falls Globus kein Begriff sein sollte. Ich hatte Zeit, denn ich wusste genau was ich brauchen würde und hatte spontan eine Idee.

Nimm dir einen Einkaufswagen und gehe komplett entspannt durch das Geschäft und sammle die Sachen, die du brauchst. Lass dir dabei Zeit, hetze nicht durch die Gänge, drängle nicht und atme tief durch. Wir alle wissen was es bedeutet, an einem Samstag, dem letzten wirklichen Verkaufstag vor Weihnachten in ein Geschäft zu gehen. Das ist wie samstags zu IKEA zu fahren, nur schlimmer.

Also tat ich das und bereits am Haupteingang … Massenweise Menschen. Manche entspannt, manche gestresst und ich jetzt mittendrin. Ich ging rein und dann blieb ich nach ein paar gefundenen Artikeln einfach mal am Rand stehen und hab mich umgesehen. Man kann förmlich die Gedanken lesen, spüren wie es an Weihnachten für die Leute sein muss. Aber warum?

Warum kann man nicht entspannt irgendwo hingehen und Besorgungen machen? Ist das dem Alltag geschuldet, unter dem immer mehr Menschen leiden? Mehrere Jobs, Überstunden, längere Fahrzeiten zur Arbeit, Bürokratie, Steuern etc… Wen wundert es auch? Aber wir müssen lernen uns auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Die Freude am Leben und die Liebe. Was ist das Leben ohne diese Gefühle?

Was wir alle wollen

Sind wir uns alle ehrlich. Wir wollen alle geliebt werden und Spaß haben. Wenn wir uns dafür nicht die Zeit nehmen an Weihnachten, wann denn dann? Hört auf darüber nachzudenken, macht es einfach. Setzt euch zu euren Familien und Freunden, atmet einmal tief durch und schaut in die Gesichter der Menschen, die ihr liebt. Das Leben ist zu kurz, um solche Momente einfach verstreichen zu lassen.

Im nächsten Schritt denkt ihr dann darüber nach, ob es nicht schön wäre, diese Momente auch nach Weihnachten zu haben. Wäre doch toll, oder? Es liegt an euch selbst zu entscheiden, ob ihr glücklich sein oder einfach im Alltag gefangen sein wollt, der euch bislang beschäftigt hat, euch abgelenkt hat von den wirklich wichtigen Dingen.

Gemeinsam in gemütlicher Runde sitzen und einfach Freude daran haben, was man hat, nicht was man bekommt

Auch ich bin nicht perfekt. Niemand ist wirklich perfekt. Aber wir haben die Macht zu entscheiden was wirklich perfekt ist. Wenn mein Leben auch eine andere Wendung genommen hat, als ich mir sie vor vielen Jahren mal vorgestellt habe, ist es nicht schlimm. Ich habe eine wunderbare Tochter. Vielleicht nicht aus einer perfekten Beziehung, aber aus dem perfekten Moment heraus.

Und auch wenn Mama und Papa sich nicht mehr lieben, so lieben sie doch beide diesen wunderbaren kleinen Engel. Was vorher nicht klappte, klappt jetzt. Wo vorher Probleme existierten, gibt es jetzt mehr Zeit, die man in neue Dinge stecken kann. Ist das Ende von etwas also etwas Schlechtes oder eher der Grundstein für neue Schritte im Leben? Wir selber entscheiden darüber, niemand sonst.

Der Vergangenheit nachzutrauern ist falsch. Sie zu akzeptieren, die guten Dinge daraus hervorzuheben und sich zu trauen den nächsten Schritt im eigenen Leben zu gehen, das ist wichtig und richtig. Wir leben im hier und jetzt, für die Zukunft und nicht für das, was damals war. Und an Weihnachten ist es doch die Zeit, um in sich zu gehen und zu fühlen, was man wirklich will.

Ich für mich will in eine spannende Zukunft blicken, voller Herausforderungen und verrückter Entscheidungen, für meine Tochter, aber auch für mich. Denn sollten wir stehen bleiben in der Zeit, entwickeln wir uns nicht weiter. Wir leben nicht, sondern überleben in einer Zeit, in der die Freude am Leben in so vielen Gesichtern fast schon verblasst wirkt.

Auch wenn man sich für eine große Herausforderung entscheidet, weil man sie annimmt, weil man sie unbedingt will, dann ist es im Grunde keine Herausforderung. Es ist das Leben. Auch ist es die Liebe. Es ist das Gefühl und der Drang danach glücklich zu werden. In der Regel führt man dieses Leben nicht alleine, sondern mit einem anderen Menschen zusammen.

Weihnachten werde ich wie jedes Jahr mit meiner Tochter und ihrer Mama verbringen an Heilig Abend. Am 1. Weihnachtsfeiertag geht es zur Oma mit meiner Schwester. Der 2. und letzte Weihnachtsfeiertag werde ich dann wieder auf meiner Couch zusammen mit Netflix & Co. verbringen, aber in Gedanken an die Menschen, die ich liebe. Vollgestopft mit leckerem Essen aus den letzten beiden Tagen.

Liebe ist etwas, was wir fühlen, was uns aus der Fassung bringt. Sie führt zu unlogischen und irrationalen Entscheidungen im Leben. Hätten wir den Kopf nicht, würden wir ganz sicher Dinge tun, die nicht erklärbar sind. Wir haben so ein Teil dennoch auf dem Hals sitzen und müssen uns teilweise immer wieder mit Entscheidungen auseinander setzen, die uns die Liebe auferlegt.

Natürlich wird an Weihnachten gegessen und der gute Vorsatz Jahr für Jahr heißt dann “Abnehmen”

“Was wäre, wenn …” fährt immer wieder in meinem Kopf auf und ab. Und dann stelle ich mir einfach vor, wie es so wäre, wenn man all seinen Mut zusammen nimmt und dem Menschen, den man kennengelernt hat, das sagt, was man fühlt. Klingt super einfach, jetzt, wo ich darüber Zeit habe nachzudenken. Nicht jedoch, wenn man aus dem Gefühl heraus nicht denkt, sondern einfach drauf losredet.

Es gibt 3 Worte, die in Kombination zueinander gegenüber allen anderen Worten überall auf der Welt eine solch immense Bedeutung haben, dass man vorsichtig geworden ist. Vorsichtig damit, sie auszusprechen. Man hat eine regelrechte Blockade aufgebaut in der Angst, nicht verletzt zu werden, dabei zeigen doch die Worte, wie sehr man zu jemandem steht. Klingt das verrückt?

Aber sind es die normalen oder verrückten Dinge, die wir tun, um glücklich zu sein mit einem Menschen, den man liebt? Was ist normal, was verrückt? Wie entscheiden wir das und wofür entscheiden wir uns? Ist etwas, was wir erklären können, normal? Sind Gefühle, welche mit keinen Worten beschrieben können, verrückt? Oder müssen wir einfach loslassen von dem Glauben, dass uns das wichtig ist eine Entscheidung zu treffen?

Wenn da dieser eine Mensch nichts ahnend in dein Leben tritt, du dich für ihn interessierst, man sich unterhält und ins Gespräch findet, von Anfang an mit offenen Karten und ehrlichen mit dem Gegenüber ist, zusammen lacht oder einfach auch mal der Situation geschuldet weint, Gefühle zulässt und sich ineinander verliebt, dann ist am Ende doch egal, ob dies normal oder verrückt ist. Es fühlt sich real an.

Für mich ist Weihnachten …

Was also ist Weihnachten für mich? Es ist die Zeit, in der sich Menschen daran erinnern sollten, dass da draußen Menschen existieren, die man liebt. Haltet an diesen Menschen fest, denn jeder Tag könnte der Letzte sein. Trauert nicht nach, was aus Liebe entstanden ist. Trauert um die Menschen, die nie geliebt haben.

Meine Tochter liebe ich, weil sie mein eigen Fleisch und Blut ist, mir jeden Tag das Gefühl gibt, der Papa zu sein, der immer auf sie aufpassen und schützen wird. Wenn sie lacht, lache ich. Wenn sie weint, weine ich. Und wenn ich mal auf Spielzeug trete und mir gefühlt der Fuß vor Schmerzen abfällt, dann ist das so. Dumm gelaufen in dem Fall 🙂

Meine Ex-Frau liebe ich, weil wir diese Tochter zusammen auf die Welt gebracht haben. Und nur weil man sich nicht mehr liebt wie Mann und Frau, ist es die Liebe von gut funktionierenden Eltern, die wir dem gemeinsamen Kind weitergeben. Es gibt keinen Streit, es gibt keine Probleme. Im Fokus steht immer das Wohl der Kleinen.

Meine Schwester liebe ich. Auch wenn man das nicht so offen zeigt, wie man es gerne möchte, ist sie ich und ich bin sie. Wir erinnern uns gegenseitig immer daran, wo wir einst herkamen und hingehörten, was uns das Leben nahm und das Leben aus uns gemacht hat. Wir sind hingefallen und zusammen wieder auf die Beine gekommen.

Einfach die Zeit genießen mit den Menschen, die einem wichtig sind im Leben

Meine Oma liebe ich, weil sie immer da ist. Sie ist kein leichter Mensch, vielleicht dem Alter geschuldet oder einfach weil sie sie ist. Aber man weis bei ihr immer, dass sie das Richtige tun will. Egal was man hat, man fährt zur Oma, sie kocht und irgendwie ist danach alles wieder in Ordnung. Und wen sonst habe ich aus meiner Familie außer meine Schwester und sie?

Ich liebe auch diesen Menschen, mit dem ich mich offen über alles unterhalten kann. Sie hat sich als wunderbare Freundin herausgestellt und ich will sie nicht mehr missen wollen. 2022 treffen wir uns auf ein Bier und werden all die Spieler in GoG bedauern, die noch keinen guten Freund oder keine gute Freundin gefunden haben.

Und dann kommst du. Der verrückteste Mensch, der mir über den Weg lief bisher. So unscheinbar, aber doch so real. Von Anfang an mit mir offen und ehrlich über alles geredet, hab ich mich mehr und mehr für dich interessiert. Ich durfte dich kennenlernen. Unglaublich witzig, ein bisschen tollpatschig, einfühlsam, liebenswert, lebensfroh gepaart mit deinen Augen und Lächeln. Du hast mir ungewollt den Kopf verdreht und nun sind wir hier.

Es ist mir egal, was andere denken oder sagen. Es wird immer Menschen geben, die darüber reden oder versuchen sich in das Leben Anderer einzumischen. Wir stehen nun hier und machen uns gegenseitig glücklich, geben uns das Gefühl der Liebe und halten daran fest. Denn ist es doch genau das, was alle brauchen und verdienen.

Ich genieße den Moment mit dir zu schreiben oder zu telefonieren, Bilder zu teilen, deine Stimme zu hören. Jeden Tag ein bisschen mehr. Und wenn man nur mal kurz telefonieren möchte und sich nach 1 1/2 Stunden dann gute Nacht sagt, dann war es toll. Es zeigt uns einfach immer wieder, dass wir nicht mehr ohne den Anderen wollen. Was könnte also besser zu Weihnachten und die Wochen/Monate danach passen, wenn nicht das?

In dem Sinne wünsche ich euch allen da draußen Frohe Weihnachten.

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1 Kommentar

  1. Sehr schöner Text wie inmer ? Hab nichts groß zu sagen zu Weihnachten außer dass es echt stressig sein kann aber für die Kinder um so schöner ist. Frohe Weihnachten und genieß es!☺️

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